Allgemein Tutorial

Bodenabfluss mit smartem Geruchsverschluss

Smart muss nicht zwingend bedeuten, dass eine Einbindung in die Hausautomatisierung besteht. Die nachfolgende Entwässerungslösung kommt ganz ohne elektrische Komponenten aus und arbeitet dennoch äußerst schlau und zuverlässig.

Wir haben in der hiesigen Immobilie in einem Feuchtraum im Keller einen einbetonierten Bodenablauf, dessen Geruchsverschluss offensichtlich schon seit längerer Zeit verloren gegangen war. Der Vorbesitzer hatte die daraufhin entstandene horizontale Ablauföffnung zur Abwasserleitung mit einem Durchmesser von ca. 105 mm kurzerhand mit dem Boden eines passenden Kunststoffeimers verschlossen, was zwar in Bezug auf mögliche Geruchsbelästigungen prima funktionierte, den Abfluss aber außer Betrieb setzte.

Der Austausch des Ablaufkastens war ohne Aufstemmen des Bodens nicht möglich. Dies sollte wegen des baulichen Aufwands und der Fußbodenheizung unbedingt vermieden werden. Also musste eine andere Lösung her, um den ursprünglichen Zweck des Abflusses wiederherzustellen. Das Problem war nur, dass innerhalb des Ablaufkastens nicht viel Platz ist, dieser sowie die Ablauföffnung keine wirklichen Standardmaße besitzen und der abzudichtende Bereich relativ uneben ist.

Eine erste Lösung bestand aus einem Wasser-basierenden Verschluss von einem System für die Linienentwässerung im Außenbereich, der zwar nicht perfekt passte, aber mit Dichtungsmaterial fixiert und abgedichtet werden konnte. Da der Abfluss zur Entwässerung im Bedarfsfall dient, aber nicht regelmäßig bewässert wird, zeigte sich in der Praxis, dass er mindestens einmal im Monat manuell befüllt werden musste, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Dieser Wartungsaufwand war nicht akzeptabel.

Eine fertige adäquate Lösung war nicht zu finden. Es gibt zwar verschiedene wasserlose Geruchsverschlüsse mit geringen Einbaumaßen, die meist mit einer Gummi- oder Silikonmembran ausgestattet sind, aber regelmäßig für einen vertikalen Einbau und eine senkrechte Fließrichtung ausgelegt sind. Für Bodenabflüsse sind Membranen verfügbar, die unterhalb der Gitterroste angebracht werden können. Nachteilig ist hierbei jedoch, dass das Restwasser im Abflusskasten schlecht verdunsten kann und sich in diesem somit brackiges Wasser sammeln könnte. Außerdem wollte ich den Verschluss aus ästhetischen Gründen gerne schon im Ablaufohr anbringen.

Fündig wurde ich schließlich bei einem Spezialanbieter von Waschraumlösungen, welcher einen mechanischen Geruchsverschluss-Einsatz mit Silikonmembran für einen Mini-Siphon (DN 40) im Angebot hat, der für eine waagerechte Fließrichtung ausgelegt ist. Der Einsatz selbst hat einen Durchmesser von 33,5 mm und einseitig einen Flansch von 38 mm Durchmesser.

Um diesen Einsatz passgenau und luftdicht in die 105 mm Ablauföffnung einzusetzen verwende ich zwei Kombiadapter für die Verbindung von Abwasserrohren…

  • 50 | 40/32
  • 100-105 | 75/50

…, die ineinander gesteckt einen sehr flachen Adapter ergeben, der außen perfekt in die Ablauföffnung passt und diese trotz der Unebenheiten einwandfrei abdichtet. Der Geruchsverschluss-Einsatz wurde in die innere Öffnung des 50 | 40/32 Adapters gesteckt. Hierzu war etwas Kraft erforderlich aber dafür sitzt er stramm und dicht.

Eingebaut sieht das Ganze so aus…

Im Ergebnis schafft der Abfluss aufgrund des deutlich geringeren Durchmessers natürlich nicht die ursprünglich konzipierte Abwassermenge, reicht aber für die hiesigen Verhältnisse vollkommen aus, lässt keinerlei Gerüche durch, ist absolut wartungsfrei und dient bei Bedarf zusätzlich als Entlüftungsventil des Abflusssystems.

Einige Steine am Boden des Kastens verringern das Volumen des zurückbleibenden Wassers und sorgen für ein schnelleres Abtrocknen.

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